Kreditkarte für Studenten

Bank hat Beweislast bei Kreditkartenmissbrauch

Dienstag, 16. Oktober 2012 um 09:24 Uhr

Wird das Konto eines Kunden mit Abbuchungen belastet, die ohne Wissen des Kunden über die Kreditkarte erfolgt sind, und widerspricht der Kunde den Belastungen seines Kontos gegenüber der Bank, liegt die Beweislast bei der Bank, hat das Amtsgericht München in einem aktuellen Fall entschieden. Kann die Bank nicht beweisen, dass der Kunde die Abbuchungen selbst getätigt hat oder für einen Kartenmissbrauch verantwortlich war, muss sie ihm die abgebuchten Erträge erstatten.

Beweislast auch bei wiederholtem Missbrauch

Im vom Amtsgericht München entschiedenen Fall hatte eine Kundin mit ihrer Bank einen Vertrag geschlossen, bei der ihr Konto mit den per Kreditkarte bezahlten Beträgen belastet werden sollte. Nachdem sie feststellte, dass die Kreditkartenabrechnungen Abbuchungen enthielten, die sie nicht veranlasst hatte, ließ sie die Karte sperren und beantragte eine neue Kreditkarte. Die bereits abgebuchten Beträge wurden ihr von der Bank erstattet.

Nachdem sich der Missbrauch wiederholte, ließ die Kundin auch die zweite Karte sperren und erstattete Strafanzeige. Wieder erstattet die Bank die missbräuchlich abgebuchten Beträge. Als die Kundin auch bei der dritten Kreditkarte Missbrauchsfälle bemerkte, erstattete die Bank allerdings nur einen Teilbetrag von weniger als 10 % der geltend gemachten Summe. Zur Begründung gab sie an, die Kundin müsse entweder selbst die fraglichen Abbuchungen veranlasst haben oder Dritten leichtfertig Gelegenheit zur Kartennutzung verschafft haben.

Keine Beweislastumkehr

Die Kundin klagte daraufhin gegen die Bank auf Erstattung der strittigen Umsätze in voller Höhe. Das Amtsgericht München gab der Klage mit der Begründung statt, die Bank könne den behaupteten Missbrauch seitens der Kundin nicht beweisen, sondern nur vermuten. Eine Beweislastumkehr sei aber ausgeschlossen, so dass die Bank verpflichtet sei, die fraglichen Beträge zu erstatten. Weitere Finanz-News und Hintergrundinformationen findet man auch auf TagesgeldZinsenVergleich.com.