Kreditkarte für Studenten

Banken müssen Kreditkarten-Missbrauch beweisen

Donnerstag, 11. Oktober 2012 um 08:57 Uhr

Die Opfer von Datenklauern, Trickbetrügern und Kreditkartenbetrügern dürfen aufatmen, denn wie das Amtsgericht München in einem neuen Urteil bestätigt, trägt das Risiko für Umsätze von Kreditkarten, die der Inhaber selbst nicht veranlasst hat, immer die Bank. Nur wenn sich in irgendeiner Form beweisen ließe, dass die Kreditkartenumsätze tatsächlich vom Kunden stammen oder dieser seine Daten und Informationen durch unsachgemäße Sorgfalt Dritten zugänglich gemacht hätte, müssen die Abbuchungen tatsächlich übernommen werden.

Kundin klagte

AnklageZu diesem Urteil kam das Amtsgericht München deshalb, weil eine Kundin gegen ihre Hausbank klagte, die sich nach mehrmaliger Sperrung und Umtausch alter Karten aufgrund von mutmaßlich nicht selbst getätigten Abbuchungen und Anweisungen von Geldtransfers weigerte, die offenen Beträge zu übernehmen, und der Kundin vorwarf, einen Sorgfaltsverstoß begangen zu haben. Bei der betreffenden Karte handelt es sich um eine Mastercard, die die Kundin zwar beantragt, aber laut eigener Aussage nie benutzt habe. Trotzdem wurde das Konto der Karte über mehrere Monate immer wieder belastet und selbst neu zugewiesene Kreditkartennummern konnten das Problem nicht beheben. Deswegen ging die Bank davon aus, dass die Kundin die Einkäufe entweder selbst getätigt hat oder nicht ordentlich mit ihren Daten umgegangen sei. Dafür spreche vor allem die Tatsache, dass anscheinend immer die gleichen Händler in den Besitz der Kreditkartendaten gelangen konnten. Die Erläuterung des Urteils bezieht sich hauptsächlich darauf, dass man der Kundin zwar vorwarf, nicht sorgfältig mit ihren Daten umgegangen zu sein, aber keine Beweise erbringen konnte, wie dieser Datenaustausch stattgefunden haben soll. Auch die Behauptung, der Computer der Kundin sei kompromittiert ließe sich nicht beweisen und die Kundin selbst sagte in diesem Zusammenhang aus, sie habe bereits nach dem ersten Vorfall ihr Antivirenprogramm erneuert und eine vollständige Überprüfung durchgeführt, die ergebnislos blieb.

Missbrauch muss nachgewiesen werden

Sicherlich kann in diesem speziellen Fall jeder nachvollziehen, warum die Bank misstrauisch wurde und sich weigerte, die entstandenen Kosten zu übernehmen, doch es gibt auch andere Banken, die ihren Kunden bereits bei weniger Vorfällen vorwerfen, ihre Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Durch dieses Urteil aber, dürfte es zukünftig weit weniger dieser oder ähnlicher Verfahren geben und vielleicht fangen die Banken endlich an, ihre eigenen Sicherheitssysteme in Bezug auf Kreditkartenbanking zu überdenken, denn Systeme wie das Transaktionsnummerverfahren sind bei Girokonten schon längst allgemeiner Usus und bergen deutlich weniger Sicherheitsrisiken als eine Kombination aus der Kreditkartennummer und der lediglich dreistelligen Prüfnummer.