Kreditkarte für Studenten

RFID-Chip auf Kreditkarte ist leicht zu knacken

Montag, 5. März 2012 um 11:21 Uhr

Jeder Verbraucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass die mit RFID-Chips ausgestattete Kreditkarte gewisse Risiken birgt. Allerdings sollte man die Problematik nicht losgelöst von den Schwachstellen anderer Technologien betrachten, die bisher zur Anwendung kamen.

Sicherheitsmängel

RFID-Chips sind weit verbreitet. Auf Produkten, in Ausweisen und eben auch in Kreditkarten. Tatsache ist, dass diese Chips eben nicht nur von denen ausgelesen werden können, die dazu als berechtigt gelten, sondern jedem, der sich eingehend mit der Technologie beschäftigt. Das mag bedrohlich klingen, doch RFID-Chips sind nicht unsicherer als Magnetstreifenkarten oder online-Kontoführung. Technisch versierte Personen und Organisationen weltweit haben demonstriert, dass RFID-Chips ausgelesen und missbraucht werden können. In Deutschland hat sich der Chaos Computer Club auch dieser Aufgabe angenommen. Sollte die Kreditkarte von einem Unbefugten in der Nähe ausgelesen werden, stellt man dies zwangsläufig erst fest, wenn es zu spät ist. Vor wenigen Tagen aber erst bewies Anonymous erneut, dass auch gut gesicherte Online-Konten für Experten zugänglich sind. Sicherheit ist eben relativ.

Datenschutz

Der RFID ChipDie zentrale Befürchtung der meisten Kritiker des RFID-Chips bezieht sich nicht primär auf die Sicherheitsmängel des RFID-Chips. Die Kritik richtet sich vielmehr gegen die Flut an Daten, die über den Verbrauchen mittels RFID-Chips gesammelt werden kann, ohne dass hierauf hingewiesen wird. Die Chips können von Lesegeräten geortet und Lokationen übermittelt werden, sodass eine Art Überwachung zu Stande kommen kann. Den Kritikern wird entgegnet, die Daten würden nur im rechtlich zulässigen Rahmen verwertet und es gäbe nicht hinreichend viele Lesegeräte, um von einer flächendeckenden Überwachung sprechen zu können. Das Misstrauen aber ist, nicht zuletzt wegen zahlreicher Vorfälle von Datenmissbrauch durch Unternehmen, ganz nach dem Motto Gelegenheit macht Diebe, nicht ganz unberechtigt. In dieser Hinsicht schneiden auch Kreditkarten mit RFID-Chips nicht gut ab.

Abschließende Beurteilung

Wer möchte kann seine Kreditkarte mit Aluminium verhüllen. Die Karte kann dann nicht oder nur unzureichend ausgelesen werden. Wem das zu umständlich ist, der muss in dem Bewusstsein leben, dass die Karte von technisch versierten Unbefugten ausgelesen werden kann. Es ist zu bezweifeln, dass dies den Verbraucher letztlich abschreckt, da auch die Benutzung von online-Konten, trotz bekannter Sicherheitsrisiken, stetig zunimmt.